Zusatzmaßnahmen bei IVF und ICSI

Um die Erfolgschancen einer In-vitro-Fertilisation (IVF) oder intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) zu verbessern, stehen verschiedene ergänzende Verfahren zur Verfügung. Diese Zusatzmaßnahmen können je nach individueller Situation sinnvoll sein und werden gemeinsam mit Ihnen besprochen.

Im Folgenden erklären wir die wichtigsten Begriffe – damit Sie gut informiert in Ihre Behandlung starten können.

Die Blastozystenkultur ist eine etablierte Methode in der modernen Reproduktionsmedizin, bei der befruchtete Eizellen im Labor über einen Zeitraum von fünf bis sechs Tagen weiterkultiviert werden, bis sie das sogenannte Blastozystenstadium erreichen.

Durch diese verlängerte Kultivierungszeit können Embryonen mit dem höchsten Entwicklungspotenzial besser identifiziert und gezielt für den Transfer ausgewählt werden. 

Dadurch lässt sich häufig die Einnistungswahrscheinlichkeit erhöhen und die Zahl der notwendigen Behandlungszyklen reduzieren.

Die Entscheidung für eine Langzeitkultur hängt von mehreren Faktoren ab – insbesondere von der Anzahl und Qualität der befruchteten Eizellen.

Einfrieren von Zellen in flüssigem Stickstoff bei -196ºC.
Sollten im Rahmen der Kinderwunschbehandlung mehr "befruchtete" Eizellen entstehen, als transferiert werden sollen, können diese mithilfe modernster Vitrifikationstechnik bei minus 196 °C tiefgefroren und langfristig gelagert werden.

Ebenso ist bei uns das Einfrieren von unbefruchteten Eizellen, Samenzellen und Hodengewebe möglich.

Die eingefrorenen Zellen können zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgetaut und in einem sogenannten Kryotransfer-Zyklus verwendet werden.

So bleiben wertvolle Embryonen erhalten, und der Körper wird in nachfolgenden Behandlungen deutlich weniger belastet.

Wir besprechen individuell mit Ihnen, wann eine Kryokonservierung sinnvoll ist – zum Beispiel bei überschüssigen befruchteten Eizellen oder wenn eine Behandlungspause gewünscht wird.

Bei der Seminalplasmaspülung wird der Muttermund mit einem kleinen Anteil flüssigen Ejakulats ohne Spermien gespült – also das aufbereitete Seminalplasma.

Dieses Verfahren kann das natürliche Zusammenspiel zwischen Gebärmutter und Immunsystem positiv beeinflussen, die Einnistungsbereitschaft der Gebärmutterschleimhaut fördern und sie durch Botenstoffe auf die Einnistung des Embryos vorbereiten, insbesondere bei wiederholten IVF/ICSI-Fehlschlägen.

Die Anwendung ist einfach, schmerzfrei und kann direkt nach der Follikelpunktion durchgeführt werden.

Ob die Seminalplasmaspülung sinnvoll ist, hängt von der jeweiligen Behandlungssituation ab – wir beraten Sie dazu gerne persönlich.

EmbryoGlue® ist ein Gewebeklebstoff, der auf eine natürliche Art und Weise die Gegebenheiten in der Gebärmutter bei der Einnistung des Embryos imitiert. Es hilft dabei, dass sich der Embryo an der Gebärmutterwand optimal festsetzt.

Hilft bei Befruchtungsproblemen in ICSI-Zyklen: In seltenen Fällen kommt es vor, dass trotz ICSI-Behandlung und unauffälligem Spermiogramm die Befruchtungsrate unerwartet niedrig ist oder die Befruchtung ganz ausbleibt.  Das Spermium war nicht in der Lage die Eizelle zu aktivieren, eine wichtige Voraussetzung für die Befruchtung. Die Aktivierung der Eizelle lässt sich künstlich mit Calcium- Ionophor in der Kultur durchführen. Dazu werden die Eizellen nach der Injektion für eine kurze Zeit in diesem besonderen Medium kultiviert. Dadurch kann es zur Aktivierung der Eizelle, und somit zur Erhöhung der Befruchtungsrate kommen. Die Anwendung ist jedoch nur sinnvoll, wenn es in einer vorangegangenen ICSI keine oder nur eine geringe Befruchtung (unter 30%) gab.

ZyMot-Kammer:

Die ZyMot-Kammer ist eine Membran mit Mirkoporen zur Aufbereitung von Spermien ohne Zentrifugation. 

Ziel der Spermienaufbereitung für die künstliche Befruchtung ist es möglichst bewegliche und in ihrem Erbgut (DNA) intakte Spermien für die Befruchtung zu erhalten bzw. anzureichern.

Das Verfahren der ZyMot-Kammer ahmt die natürliche Barriere des Gebärmutterhalskanals nach, die die Spermien durchdringen müssen. Es ist sehr schonend für die Spermien und verspricht in der resultierenden Probe eine Gewinnung von beweglichen und DNA - intakten Spermien für die anschließende Eizellbefruchtung.

Infolge dessen konnte eine Erhöhung der Befruchtungsrate, sowie eine verbesserte Embryonalentwicklung beobachtet werden.

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